The Dirty Dozen

Augen auf beim Welpenkauf!

Ich bin immer wieder schwer erschüttert über all die Berichte, die mir von Welpenbesuchern, aber auch Züchterkollegen zu Ohren kommen. Immer wieder geht es um katastrophale Zustände in Zuchtstätten, verängstigte Zuchttiere, Mütter die permanent weggesperrt werden müssen, Welpen die sich verstecken oder vor Dreck "stehen" ... Ich finde aber auch schlimm, welche Lügen über Zuchttiere verbreitet werden nur damit sich ein Wurf besser verkauft. Es wird gemogelt bei Pedigrees, Untersuchungsergebnissen und die Steckbriefe über den Charakter der einzelnen Hunde sind oft nichtssagend oder rein beschönigend und nicht kritisch. Sehr beliebt ist es auch die Zuchthunde deutlich kleiner zu machen als sie sind. Kleiner werden die Welpen am Ende dadurch übrigens nicht ;-)

 

Kritisch sehe ich auch die Großzüchter in Deutschland + Anrainer - ich weiß einfach, was schon 6 - 10 Hunde für eine große Aufgabe sind in puncto Hygiene (Haus, Garten, Fell-/Körperpflege), Ausbildung und Auslastung auch die Kontaktpflege zu bestehenden Welpeneltern, künftigen -interessenten, sprich Vor- und Nachsorge sind ein enormer Zeitfaktor... Wie man das bei weit mehr als 10 Hunden und permanentem Nachwuchs schaffen möchte, ist mir ein Rätsel. Oft haben die Hunde und Welpen aus großen Zuchtstätten Deprivationsstörungen KEIN WUNDER... Der Welpe wird so schnell zu einer Ware und die Preise immer unverschämter (nicht erst seit Corona). Homepages sind oft schillernd und schön und am Ende muss es jeder selber wissen, was er glaubt, wenn z.B. jeder der 20 Hunde auf der HP eine A1 Hüfte hat, ist das dann noch ein Qualitätsmerkmal oder Resultat einer guten Beziehung zum Tierarzt ist?... FCI-Gutachter ist dieser TA sicher nicht! Oft weiß man als Welpenkäufer gar nicht auf was man alles achten sollte. Deshalb habe ich hier einen Katalog zusammengetragen mit den wichtigsten Fragen, die Interessierte ihrem Züchter unproblematisch stellen können sollten. 

 

Hier also unser Dirty Dozen:

 

1. Was kostet ein Welpe?

 

Ich habe auch mit dem ersten Aussie angefangen 2007, die Kosten steigen schnell ins Unermessliche *lach* -> klick

 

Ein Welpe kostet im Schnitt 1500 € bei uns (je nach Wurfstärke und weiteren Faktoren/Rahmenbedingungen ab 2021). Zu meinen, dass man sich daran eine goldene Nase verdient ist absolut grotesk. Welche Kosten legt ein Züchter um? Ich fange bei den Hunden an. Zuchthunde sind um einiges teurer in der Anschaffung - ich habe für Eze 2014 etwas mehr als 3000 € bezahlt. In seinem Fall waren wenige (Standard-)Auswertungen inkludiert. Damals war das viel. Heute bekommt man einen Zuchthund erst ab diesem Betrag (oder gar nicht). Für Hazmat unseren letzten Importrüden (2020) waren es schon 4500 €. Wenn man ein Zuchtziel hat und sich eine Linie aufbauen möchte, hält man nicht bloß eine Hündin und einen Rüden zu Hause, die man 4,5 mal aufeinander lässt... das ist bequem und sicher auch günstig. Sowas mache ich aber nicht. Ich habe also in den letzten 13 Jahren diverse tolle Hunde aus Linien gekauft, die mir gefallen (damit meine ich gesundheitlich, "eigenschaftlich" und auch optisch) um eine möglichst große Variabilität in meinem Zuchtstamm zu haben. Diese Hunde sind unsere Familie, sie leben mit uns, brauchen besondere Ausstattungen  (Auto, Haus, Equipement) gehen ggf. auf Ausstellungen, Seminare, Turniere in weiter Entfernung. Man kann diese Mehrkosten nicht genau definieren, aber für ein Rudel sind diese Kosten natürlich enorm. Man hat nicht bloß süße Welpen und betreibt eine umfangreiche Aufzucht, die Geld kostet, sondern benötigt auch sehr viel Zeit für die neuen Menschen-Eltern vor, während und nach der Vermittlung des Hundekindes. Ich mache es gerne, weil ich es liebe, aber reich wird man davon nicht und wenn man eine intakte Familie mit Kindern hat, lässt sich eine nachhaltige, elitäre Zucht auch nicht neben einem externen Fulltimejob organisieren. Also schränkt man sich vom Lebensstil und Lebensstandard etwas ein. Urlaube und entfernte Familienfeste ohne Hunde sind fast nicht mehr möglich. Alles konzentriert sich auf den Faktor Hund und auf das Wohlergehen des Rudels #dogyourworld!

 

Es ist immer noch recht weit verbreitet, dass Hunde ohne Papiere viel billiger sind und das man Papiere ja eh nicht braucht... und die Züchter mit Papieren "nur Geld machen". Leider ist das ein völlig falscher Blickwinkel. Die Rasse, die wir lieben, ist entstanden, weil sich eine Personengruppe einem Rassenstandard unterworfen hat und diese Rasse begann zu züchten. Das ist ein langfristiger Prozess. Papierlose Zucht macht nicht nur keinen Sinn, sondern auch die Rassen kaputt und tatsächlich ist es so, dass ein Vermehrer mehr Verdienst an einem Welpen hat als ein richtiger Züchter. Denn ein verantwortungsbewussster Züchter macht alle Untersuchungen bei den Elterntieren und zahlt im Schnitt dafür 800 € (siehe 10.) und kauft seine Zuchthunde im Schnitt für 3000 € - er investiert sehr viel Zeit in sein Wissen und scheut darüber hinaus keine Zeit und kein Geld um Austellungen und Seminare zu besuchen. Ein Züchter hat eine Gewährleistungspflicht für Krankheiten, die er hätte ausschließen können und ein Züchter ist ein lebenslanger Ansprechpartner (zumidest ist das meine Vorstellung). Die Welpen und Zuchttiere erhalten das hochwertigste Futter, es wird entwurmt, gechippt, geimpft und jeder Welpe erhält seinen Augencheck. Meistens wird ohne Papiere gezüchtet, weil schon die Eltern papierlos gekauft wurden... man weiß dann nichts über seinen Hund über Risiken von Krankheiten und am Ende nicht mal ob es wirklich ein Mini Aussie ist. 

 

2. Lebt der Züchter von seinen Hunden?

 

Ich bin seit 12 Jahren (Stand 2021) als Grafikerin freiberuflich tätig und seit mehr als 8 Jahren (Stand 2021) habe ich meine Firma, Collar Leash mit einem geschützten Produkt beim DMPA. Letzteres habe ich durch meine Hunde erreicht, denn sie brachten mich auf die Idee der Halsbandleine. Ich arbeite wirklich sehr viel von zu Hause aus und habe dadurch wenig eigene Zeit, da ich alle freien Zeitkontingente in meine Hunde investiere. Es ist oft schwer zu trennen, was Arbeit ist und was keine, weil sich vieles durchdringt. Das Leben und unsere Finanzen sind auf die Hunde konfektioniert. Wir brauchen bei Vielem eine robustere Ausstattung und müssen häufiger Wohnbereieche erneuern. Dementsprechend investieren wir neben viel Zeit auch nahezu jeden Cent in dieses Leben. Die Vorstellung nur noch Hunde zu züchten und deshalb noch mehr Aussies zu halten ist verlockend, weil man wirklich süchtig nach dieser tollen Rasse wird. Mein Grundsatz ist jedoch, stütze deine Existenz nicht auf Lebewesen, die du mit ins Bett nimmst und halte nur so viele wie da auch noch rein passen XD...

 

Wenn der Alltag eines gewerblichen Züchters so aussehen würde, dass alle Hunde wirklich entlang ihrer Vorzüge gefördert und ausgebildet werden und man seine "Arbeitszeit" auf alle Hunde und deren Einzeltraining aufteilen würde, keine Zwinger zur dauerhaften Unterbringung hat, die Hunde also noch vollen Familienanschluss hätten und eine Wurfanzahl von maximal 4 Würfen im Jahr nicht überstiegen werden würde, spräche nichts gegen gewerbliche Zucht. Meistens jedoch erlebt man vorort ungespflegte Hunde auf einem ungepflegtem Gelände. Eine Rasse wie den Aussie in Masse zu halten ist in unserem kleinen Deutschland/Europa kaum artgerecht realisierbar. Jeder Aussie möchte Familienanschluss und etwas mit seinem Menschen tun.

 

3. Wie leben die Hunde, wie werden sie beschäftigt

und  wie wachsen die Welpen auf?

 

Jeder, der mehr als 15 Hunde (eigentlich schon ab 10!) hält, hat Zwinger oder separate Hundehäuser...Oder die Hunde leben in Gruppen in Zimmern oder in Hundeboxen, weil sich nicht mehr alle vertragen usw...  Oft stapeln sich die Boxen in Hinterzimmern und die Zwingeranlagen bleiben unentdeckt beim Welpenbesuch... Ich möchte so nicht leben... ich möchte nicht, dass diese Rasse so leben muss.  Es reicht, dass ich meine Rüden in den Läufigkeiten von den Mädels trennen muss. Seid bitte kritisch und schaut genau hin oder fragt nach! 

 

Natürlich heißt das nicht, dass ich keine Hundeboxen habe. Im Gegenteil.  Da ich immer Hunde mit unterschiedlichen Ausbildungsständen bei mir habe und die Box als Ruheplatz sehr sinnvoll finde - auch für Reisen,Turniere usw...nutze ich auch Hundeboxen überwiegend für junge Hunde (bis 3 Jahre) und für Sauwetter zum Trockenwerden nach der "Draußenzeit" um den Dreck zu konzentrieren und besser vernichten zu können.  Wenn ich fremden Besuch bekomme, hilft mir die Box auch um die Aufregung aus dem Rudel zu nehmen. (Noch eine wichtige Info an dieser Stelle - Hunde haben ein Ruhebedürfnis von ca 18 Stunden - Welpen auch mehr. ) Früher hatte ich ein ganzes Zimmer für mein Hunde-Equipement (Groomingtisch, Frisbees, Treibbälle, Decken, Handtücher, Spielzeuge, Welpenzubehör, Geschirre, Mäntel....) mit einem sehr hochwertigen Indoortrainingsboden. Der ist für Schlechtwettertage oder zum Üben mit allen - eine meiner besten Investitionen gewesen. Mein Hundezimmer ist der größte Raum im Haus - die Tür ist ausgebaut, aber ein Gitter zum Trennen in erforderlichen Situationen (Fremdhundebesuch, Läufigkeit) ist installiert. Meine Hunde haben ihre Liegeplätze auf der unteren Etage - oben, wo die Schlafgemächer der Zweibeiner sind- haben meine Wuffis auch immer wieder Zutritt, dürfen mit uns schlummern und natürlich sind die Mütter während der ersten Wochen mit den Welpen im Schlafzimmer. Wenn ich selbst Junghunde aufziehe, schlafen sie neben meinem Bett. Inzwischen haben wir aus dem Hundezimmer ein Wohnzimmer mit großer Liegelandschaft gemacht den Trainingsboden dort etwas reduziert. Der gesamte Boden findet in den nächsten 2-3 Jahren einen neuen Platz im Anbau des Hauses. Wir haben mit der Restruktierung des Hundebereiches begonnen. Wir verkürzen nur die Wege für eine bessere Hygiene und einen barrierefreien Anschluss an den Garten.

 

Wie unsere Welpen aufwachsen kann man hier genau nachlesen.

 

Ich versuche jeden Hund nach seinen Bedürfnissen zu fördern. Über die Jahre habe ich mir Wissen im Treibball, Longieren, Hüten, Tricksen und Hundefrisbee erarbeitet.

Meine Hunde haben Tob- und Spielzeit im Garten und gehen mit uns auf lange Spaziergänge oder begleiten mich am Rad oder beim Joggen. Ich möchte nach meiner Elternzeit spätestens 2018  auch wieder aktiv im Verein arbeiten, was sich aber in Probstzella nicht so einfach gestaltet vom Angebot her und mit Corona auch weiterhin nicht möglich ist.

 

4. Welche Linien haben die Zuchttiere und welche Linie

ist denn nun einfacher Show- oder Arbeit-?

 

Linienwissen zu bekommen ist die hohe Kunst und leider wissen immer noch Wenige, was so in ihren Hunden steckt. Das ist mir aber immer noch lieber, als wenn man oberflächlich seine Welpen auf jeden Fall von der Arbeitslinie ausschließt, damit man sie als ruhige Couchpotatoes verkaufen kann... da sind so viele falsche Sinnzusammenhänge dabei und ich muss erstmal einen guten Anfang finden:

 

Was ist denn eigentlich (mMn) Arbeitslinie bzw. was ist ein Arbeitshund? Bei den Standardaussies lassen sich recht leicht Linien abgrenzen, die sich in Show- mit Ausrichtung auf Optik und Arbeit- mit Ausrichtung auf Talent und Eigenschaften zum Hüten einteilen lassen. Bei den Minis gestaltet es sich deutlich schwerer wenn keine Standards eingekreuzt wurden. Hier kann man nur mit Züchtern sprechen, die schon lange Minis züchten oder auch mit Gründern, wobei das eben doch oft Beziehungen ins Ausland bzw. nach Übersee braucht. Wir stehen seit vielen Jahren mit Züchtern im Ausland in Kontakt. Die Arbeitslinie zeichnet sich durch Arbeits-Titel im Pedigree wie WTCH (Working Trial Champions) aus, ja, aber das ist nur ein Teil der Wahrheit und bei den Minilinien sind sehr viel Titel spärlicher gesät. Titel sind gut, sie sagen aber oft noch nichts über den einzelnen Hund aus, erst recht nicht, wenn sie schon etliche Generationen zurück liegen, deswegen ist es erstrebenswert, dass die Folgegenerationen - wenn sie keine Titel haben- wenigstens Anlagen getstet sind und im besten Fall deren Welpen auch. Ich persönlich bevorzuge Hunde aus der Arbeitslinie, die eine hohe Reizschwelle haben, arbeiten, wenn man sie braucht, aber eben auch entspannt zusammen mit den Tieren leben können und keine extreme Bellfreude haben. "Auge" (am Vieh) ist etwas Faszinierendes, da der Aussie, das oft wenig zeigt, ich es aber in meinen Eze-Nachzuchten immer wieder finde. Viele Eigenschaften, die wir an unseren Aussies schätzen sind an das Hüteverhaltensrepertoire gekoppelt und wenn man das vernachlässigt oder gar wegzüchten möchte, um einen möglichst anspruchslosen, bunten Hund für die Stadt zu bekommen, kann man ganz schnell das Gegenteil erreichen, was den Charakter des Hundes anbelangt. Nervenstärke, Selbsthemmung/Frusttoleranz  (im Großen und Ganzen das, was man unter "Klar im Kopf" versteht) stehen auf der Kippe... Showlinien gibt es ganz Unterschiedliche... es gibt wirklich den Typ, der nicht ausm Popo kommt und schon baulich wirklich nur noch behäbig ist, wo die Frage nahe liegt, was dieser bunte Hund noch mit dem Aussie gemein hat! Aber es gibt auch Showhunde, die noch Talent zeigen, die auch sportlich noch Spaß machen/haben, aber ja es gibt auch den Typ in BEIDEN Linien, dem Erdung fehlt oder salopp ausgedrückt, die eine Schraube locker haben...  Deshalb ist es nicht nur wichtig sich Pedigrees und diverse Titel anzusehen und sich als Welpenkäufer für eine der bloße Linien zu entscheiden sondern die einzelnen Blutlinien und Hunde zu betrachten und zu recherchieren welche Eigenschaften sie inne haben. Extreme gibt es auf beiden Seiten und wir möchten gerne einen recht ursprünglichen, korrekt gebauten (Mini) Aussie hervorbringen. Alles weitere unter Zuchtziel (5. oder hier)

 

5. Was ist das Zuchtziel?

 

Mit was beginnt man seine Zucht(gedanken), wenn man von Anfang an alles richtig bzw. "besser" machen möchte. Naheliegend Gesundheit - ist oberflächlich betrachtet eine sichere Bank, denn es gibt ja Tests und bildgebende Verfahren. Wenn ein Hund in allem frei ist, ist der doch perfekt oder nicht? 

 

Nein, denn es gibt in jeder Linie Risiken und Mängel und man kann nicht alles testen! Trotzdem haben auch wir so angefangen und uns vor allem auf die Gesundheit fokussiert. Dazu habe ich viele Mentoren gehabt und blicke auf eine Vielzahl Würfe mit überwiegend sehr gesunden, langlebigen Nachkommen. Der nächste Schritt im Zuge des immer größer werdenden Wissens ist sich anzusehen, was man für Hunde hat, was einem an ihnen gefällt und was körperbaulich zu verbessern ist.. Wir betrachten den Körperbau vordergründlich unter dem Aspekt, dass der Hund den "abverlangten Aufgaben" bis ins hohe Alter erfüllen kann. Form follows Function.

 

Es gibt nicht den perfekten Hund... (natürlich ist jeder eigene Hund für uns subjektiv perfekt) aber man kann sich seinem Zuchtziel annähern. Recht machen kann man es aber sowieso nicht allen. Die Erwartungen an einen Züchter sind teilweise utopisch hoch. Man kann man nicht von Beginn an einen (optisch) perfekten Hund nach dem anderen züchten und muss auch immer wieder situative Kompromisse eingehen... 

 

Ich kann heute sagen: Ja, ich möchte einen gesunden Aussie, ich möchte einen Aussie, der noch der Hütearbeit nachgehen kann, weil viele Verhaltensstrategien, die wir an der Rasse so schätzen auch daran geknüpft sind. Ich möchte einen sportlichen Hund, der sowohl freizeitmäßig als auch auf Turnieren glänzen kann, aber vor allem möchte ich einen guten Aussie züchten, der in unser Leben passt. Dazu suche ich die Welpenleute genau aus, berate lange vor, während und vor allem auch nach dem "Kauf". Das was ich mir charakterlich, optisch und auch gesundheitlich wünsche, ist sicher nicht in jedem Baby realisierbar. Körperform und Charakter liegen nicht nur an der Verpaarung oder Aufzucht. Man wird entlang der eigenen Gepflogenheiten, den Hund eben ausbilden und sozialisieren müssen. Natürlich kommt man da immer wieder an genetisch motivierte Grenzen, die sich von Linie zu Linie unterscheiden. Hat man Spaß an Shows wird man nie mit einer reinen Arbeitslinie einen 1. Platz nach dem anderen abräumen... Wohnt man mit mehr als einem Aussie in belebter Umgebung und auf engerem Wohnraum werden die Dinge nicht einfacher mit jedem Aussie, der dazu kommt.  

 

Die Evaluation von Zuchthunden ist auch ein heißes Pflaster - Leider klammern sich viele (Möchtegern-)"Experten" vor allem an Optik oder messbare genetische Befunde... Als Beispiel: Ein weißes oder Steh-Ohr macht noch lange keinen schlechten Hund! So viel zu kritischen Auseinandersetzung mit dem Zuchtziel in Punkt 5 des Dirty Dozens. Das genaue Zuchtziel haben wir hier ausformuliert.

 

6. Wie viele Würfe pro Jahr?

 

Wir haben nicht mehr als 2 Würfe im Jahr , was nicht heißt, dass wir nicht auch mal nur einen einzigen oder einen zusätzlichen über den Jahreswechsel haben. Für mich bedeutet ein Wurf mind. 16 Wochen Welpenfieber. Ab der Geburt gehört meine Zeit den Welpen und den neuen Eltern. Mit 2 Würfen kommt man also auf ein Viertel vom Jahr reine Aufzuchtszeit, wo man fast Fulltime für die Babies und die zukünftigen Welpeneltern da ist. Mit allen Vorbereitungen bringt man es auf ein gutes halbes Jahr. Das ist keine Beschwerde nur Ausdruck der Passion, die man dafür hegen muss! Denn dieses halbe Jahr ist nicht frei planbar. Du richtest dich nach dem Rythmus der Tiere. Ich finde das 2 Würfe im Jahr eine vernünftige Anzahl ist um sein Zuchtziel langfristig zu verfolgen. Mehr als 2 Würfe parallel und/oder eine große Anzahl Würfe im Jahr aufzuziehen, steht nicht für Qualität, da man diesen vielen Welpen nicht gerecht wird und auch die (h)er(an)wachsen(d)en Hunde zu kurz kommen - ebenso leidet der Kontakt zu den frischgebackenen und auch zukünftigen Welpeneltern unter der permanenten Aufzucht und ohne die Rückkopplung zu seinen Nachzuchten leidet auch langfristig die eigene Zuchtüberwachung.

 

7. Wie viele Würfe haben die Hündinnen und Rüden?

 

Das ist einfach eine Einstellungssache, die man für sich irgendwann verstehen, einordnen und festlegen muss... Bei mir ist kein Rüde und keine Hündin an eine Anzahl geknüpft, die er oder sie zeugen muss... ich entscheide prinzipiell und vor allem nach "Qualität" der Instinkte und langfristigen Gesundheit der Linie, Mutter und eben auch und vor allem der Nachzucht. Die Wurfanzahl hat dennoch numerische Grenzen. Eine Hündin kann 3 Würfe haben, wenn die Nachzuchten sehr gut sind und man selbst noch keine eigene Nachzucht behalten konnte, ist auch ein 4. Wurf denkbar. Natürlich kann es auch sein, dass eine Hündin nur ein- oder zweimal zur Zucht eingestzt wird. Gründe dafür können sein, dass sie keine "gute Mutter" ist, die Nachzucht nicht überzeugt oder die Gesundheit es nicht zulässt. Ich finde ein guter Rüde kann 10 linienfremde Hündinnen im Laufe seines Lebens decken, wenn seine Nachzucht gut ist. Ich achte auch sehr genau darauf, wie viele und welche Nachkommen aus einem meiner Rüden in die Zucht verkauft werden, dass keine Popular-Sir-Problematik entsteht. Es gibt Rüden von denen meist die deutschen Stammbäume überquellen, die im hohen zweistelligen Bereich gedeckt haben. Extreme gibt es immer... 

 

8. Wie alt sind die Rüden und Hündinnen beim

Zuchteinsatz und in welchen Abständen

wird mit ihnen weiter gezüchtet?

 

3 Jahre sind beim Aussie die konventionelle Altersmarke, die gerne als optimaler Zeitpunkt für die erste Belegung propagiert wird. Als Gründe werden die späte geistige Reife des Aussies sowie seine Erbkrankheiten bzw. deren Übertragungsrisiko auf den Nachwuchs genannt. Allen voran Epilepsie.... Aber auch mit über 3 Jahren können diese so evaluierten Zuchthunde noch an primärer Epi erkranken oder dieser in irgendeiner noch immer nicht erforschten Form weitergeben. Das Risko mag geringer sein, aber das ist auch nur eine geringe Prozentzahl. Idiopathische Epilepsie zeigt sich oft schon in den ersten 2 Lebensjahren. Krebs, Allergien oder Autoimmungeschichten sind weitere Schreckgespenster der Züchter ...  Vor allem deren Heritabilität spielt für den Züchter eine entscheidende Rolle. Dennoch ist das Auftreten altersmäßig diffus und wenn stark vereinzelt Nachzuchten erkranken, ist eine rein genetische Grundlage unwahrscheinlich. Zumal meistens Outcrosse gezüchtet werden.

 

Ich habe Hündinnen, die sowohl mit 2 als auch 3 Jahren ihren ersten Wurf bekamen und das immer genau dann, wenn alle Umstände (Auswertungen, Entwicklung, Jahreszeit, Käuferkreis) gepasst haben. Ich habe damit nie schlechte Erfahrungen gemacht und mir jede Entscheidung genau überlegt. Meine Rüden sind im Regelfall mindestens 18 Monate bzw. 2 Jahre alt, da zu diesem Zeitpunkt  die Zuchtuntersuchungen abgeschlossen sind. Eine Hündin muss auf jeden Fall eine gewisse geistige Reife zeigen. Im Rudel lässt sich das sehr gut beurteilen, wenn man die heranwachsenden Hündinnen mit den Welpen anderer Hündinnen erlebt. Entscheidend für den Beginn des Zuchteinsatzes ist auch wie sich Hunde ähnlicher Verpaarungen entwickeln und mit welchem Ergebnis diese be- und ausgewertet sind.

 

Die zuchtrelevanten Tests und Untersuchungen sind heute sicher bequem und dankbar, aber bei weitem nicht alles worauf es am Ende ankommt. Bis zur zweiten Belegung einer Hündin oder einem weiteren Deckeinsatz sollten übrigens "am besten" die nächsten hoheitsgerechten 3 Jahre vergehen, in denen die Welpen heranwachsen und bestenfallls auch alle (!) ausgewertet wurden. Damit ist eine Hündin dann unter Berücksichtigung aller ethischen Gegebenheiten mindestens 6 Jahre alt beim 2. Wurf... Nur ist das ja auch schon wieder fast unzumutbar, da 6 Jahre die nächste propagierte Grenze - für den Zuchtaustritt einer Hündin -  ist...Wie man sieht ein schwieriges Unterfangen ;-) 

 

Unsere Hündinnen pausieren im Regelfall mindestens eine (oder mehr) Läufigkeiten (abh. von der Zykluslänge) zwischen den Verpaarungen. 

 

9. Werden eigene Rüden benutzt? Wieso?

 

Eine verbreitete Meinung ist, am besten so weit wie möglich weg und hin zum exklusivsten Rüden zu fahren und je geringer die Beziehung zum Züchter ist, dem dieser gehört, desto seriöser die Verpaarung. Schon wenn man das mal genauso aufschreibt, liest es sich doch sehr grotesk... Der Punkt ist, dass es keiner so sagt, sondern immer kritisiert wird, dass man seine eigenen Rüden benutzt oder zu "Freunden" zum Decken fährt... 

 

Ich benutze am Liebsten meine eigenen Rüden, weil ich alles von ihnen Schwarz auf Weiß zu Hause erlebe und besitze. Mit "alles" meine ich Tests und Untersuchungen aus erster Hand, ihre Art zu Arbeiten, zu Ruhen, zu Hüten und ihren Charakter, ich kenne auch ihre Mankos usw...  Das ist auch eine sehr große Verantwortung, die ich damit übernehme. Vielleicht klingt das auch ein bisschen verschwörerisch, aber nur so kann ich wirklich sicher gehen wie ein Hund ist, denn das erfährt man nicht durch 2,3 Besuche. Da ich keine Hunde sammle, aber auch keine ständig gleichen Verpaarungen anstrebe, kann ich leider nicht immer meine Rüden verwenden und platziere deshalb vielversprechende Nachzucht oder greife auf Rüden im nahen (nicht von der Entfernung, die ist oft viel zu groß) Lazertakreis zurück, deshalb weil ich ihre Besitzer so gut kenne und das Vertrauen stimmt. Es ist leider immer noch so, dass sehr viele Tests und Gutachten bei Fremdrüden gar NICHT erst gemacht wurden, man schlechten Zugang zu Befunden und Daten zum Hund hat. Viele wissen nicht einmal das genaue Pedigree Ihres Rüden oder haben sich mit den Risiken darin befasst. Oft fehlt mir auch eine ausreichende Zuchtüberwachung, also konkrete Infos zu den Nachzuchten des Rüden und damit meine ich nicht bloß unvollständige Webseiten sondern wirkich auch im direkten Kontakt zum Rüdenbesitzer.

 

Die Haltung eigener Rüden zusammen mit Hündinnen, die bis zu 2 Mal im Jahr läufig werden, aber im Verhältnis eher selten von den eigenen Rüden beglückt werden, ist übrigens kein Kinderspiel und die wenige Distanz/Fahrzeit entschädigt einen auch nicht -weder ist es billiger noch komfortabler. Aber wie bei allem, was das Züchten anbelangt, weiß man das erst, wenn man es auch erlebt und gemacht hat. Aus der Ferne urteilt es sich immer leicht. Ein großer Nachteil für die  gemischt geschlechtliche Rudelhaltung ist, dass man dennoch sehr gut aufpassen muss, dass möglichst keine Oops-Würfe entstehen. Nicht nur man selbst muss aufpassen, sondern das gesamte (soziale) Umfeld wird eingezogen, denn schnell hat auch die Oma oder eigene Kinder mal die Türe aufge- und "Kinder der Liebe" entstehen lassen. Es gibt viele verrückte Beispielgeschichten zu Oopswürfen und einige sind auch bestimmt mehr Dichtung als Wahrheit, aber nach 11 Jahren aktiver Zucht weiß auch ich, dass es nicht nur schwarz und weiß gibt und man manchmal gar nicht so quer denken kann wie einfallsreich die Natur, der Zufall oder die Hunde selbst sind. Also das mit den eigenen Rüden ist nicht so bequem und barrierefrei wie es für einen Außenstehenden wirkt. Deshalb geben wir unsere Jungs während der Läufigkeit, AUCH MAL in die entstressenden Ferien zu Familie oder Freunden. Diesen Luxus kann man aber nicht jedes Mal abverlangen und für den Rüden muss das auch passen.

 

10. Welche Tests und Auswertungen haben

die Zuchttiere und Welpen?

 

Schon seit 2010 mit der Auswertung des ersten Hundes machen wir alle gängigen, sinnvollen und in diesem Zusammenhang auch neu aufkommenden Untersuchungen. Bisher haben wir immer Verpaarungen durchgeführt, bei denen die Welpen nicht betroffen sind von MDR-1, DM, prcdPRA, HSF4/HC, CEA - Bei unseren Zuchthunden haben wir die Zähne, Schilddrüse, Herz, HD, ED, Patella bewerten lassen. Außerdem werden die Eltern und Welpen DOK (!) augenuntersucht. In den Lazerta-Folgegenerationen, die wir für einen regulären Zuchteinsatz geplant, evaluiert und ausgewertet haben, erweiterten wir ab 2016 die genetischen Tests um CM, CMR-1, CD, HUU, die Gelenkgutachten um Spondylose und tracken etwaige Lumbosacrale Übergangswirbel und beziehen die Ergebnisse in Verpaarungen mit ein. Die Gelenke werden übrigens seit je her von einem GRSK-Arzt bewertet, überwiegend und in den letzten Jahren ausschließlich von Dr. Witteborg, der FCI Gutachter ist. Dieser kritischen Beurteilung sollte man sich als Züchter stellen um einen rationalen Eindruck von seiner Zucht zu bekommen. Auch das PennHip-Verfahren würde ich bei Bedarf in Erwägung ziehen ebenso wie OFA. Etwa seit 2020 legen wir auch ein Augenmerk auf die augeschlüsselten unterschiedlichen Merle-Typen und führen vor allem bei unseren Rüden diesen Test durch, da Keimbahnzellen hierfür am geeignetsten sind.

 

Alles unter diesem Standard erklärt zum Beispiel niedrige(re) Welpenpreise. Unersätzlich für diverse nicht testbare Krankheiten bleiben ein fundiertes Wissen über Linien, ein großes Netzwerk und die eigene Nachzuchtüberwachung. 

 

11. Werden ausgediente Zuchthunde oder

zuchtuntaugliche Hunde abgegeben?

 

Im Englischen gibt es dafür den Begriff Rehoming. Ich bin bedingter Befürworter von Rehoming (auch  älterer und/oder) zuchtuntauglicher Hunde. Es gibt einfach immer sehr viele Faktoren, die in so eine schwere Entscheidung einfließen - zumindest bei uns. Unsere Hunde Leben als Rudel im Haus. Eine Trennug der Hunde geschieht maximal situativ. Im Fokus steht immer die Harmonie zu Hause im Rudel und das Wohl des einzelnen Hundes. Ist das in irgendeiner Weise bedroht, muss man auch manchmal zuchttaugliche und ältere Hunde vermitteln. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es tatsächlich oft einfacher ist junge Aussies zu vergesellschaften, als Hunde in hohen Altersabständen zu halten. In einem Rudel mit größeren Altersspannen muss man stärker darauf achten, dass Hektik kein Lebensweg ist, da sonst im Rudel, die Althunde stärker eingreifen um die Jüngeren zu korrigieren als das oft unter jungen Hunden der Fall ist. Bei Althunden tritt Sozialspiel eher in den Hintergrund -oft wird nur noch mit jungen Welpen gespielt und mit ausgewählten Heranwachsenden, aber meist doch eher mit Erziehungshintergrund als zur bloßen Bespaßung. Ältere Hunde entwickeln Individualdistanzen, während das junge Hunde meist weniger ausgeprägt zeigen. Trotzdem ist das alles sehr stark abhängig von der Führung und dem Management. Ich habe also schon Hunde nicht behalten können, weil sie sich nicht gut vertrugen oder man deutlich merkte, dass ein Rudel kein Leben für den Hund bedeutet. Allerdings habe ich sehr viel gelernt in den fast 20 Jahren, die ich nun schon Hunde habe und schaffe es inziwschen, die Hunde in einer sehr friedlichen Koexistenz zu halten. Grundsätzlich bilde ich aber alle meine Hunde so aus, dass sie nicht extrem emotional abhängig sind. Das halte ich für gesund und notwendig, denn wenn mir etwas passiert, möchte ich, dass sie in Frieden weiterleben können. Auch wenn ich sie zeitweilig bei Freunden oder Familienangehörigen unterbringe, wenn ich z.B. krank werde, ins Krankenhaus muss oder ich einem Rüden den Läufigkeitsstress ersparen möchte, dann können meine Hunde in der "neuen" Umgebung  fressen, pipikacka machen und sind nicht tagelang depressiv. Viele Hundeeltern sehen im Leid der Tiere bei Trennung eine Bestätigung ihrer tiefen Beziehung. Das ist auch völlig okay, ich möchte das aber für keinen meiner Hunde. Hunde lernen situativ und leben in der Gegenwart, Gott seid Dank, denn so können auch Hunde mit schlechter Vergangenheit in verständigen Händen ein normales Leben führen. 

 

Das andere ist die Zuchthygiene. Einwandfreie Zuchthunde und Welpen soll ein Züchter zaubern, erwartungsgemäß soll nur mit den Besten gezüchtet werden. Wie aber soll das gehen ohne entsprechende Selektion vor und vor allem auch NACH erfolgten Anpaarungen? Oft zeigen sich doch Fehler erst NACH dem ersten Wurf oder später. Das ist die Ambivalenz der Thematik... Perfektion wird erwartet, aber man soll nur möglichst einen Wurf im Jahr haben, die Welpen am besten verschenken und die Zeiträume der Zuchtpausen auf ein Maximum ausweiten, natürlich auch ohne zu selektieren und Hunde wieder zu verkaufen, die den Anforderungen nicht gerecht wurden. So ähnlich stellen sich das einige schlaue Liebhaber, die noch nie gezüchtet haben vor... Das ist Utopie und das würden sie wissen, wenn sie selbst über Jahre entlang eines Zuchtziels versucht hätten zu züchten. Jemand der verantwortungsbewusst züchtet wird keine Hunde sammeln, aber sich auch mal Nachzuchten länger ansehen. Gesunde Zucht und ein herzlicher und verantwortungsvoller Umgang mit seinen Hunden, bemisst sich sicher nicht am zwanghaften Behalt aller Hunde. 

 

Liebe Zuchtanfänger, die ihr euch gern damit brüstet, dass ihr NIEMALS einen Hund hergeben werdet.. das ist oft bittere Utopie, wenn ihr nicht nur mal "ein bisschen" züchten wollt... Wenn es aber nur 1,2 Würfe sind, die entstehen sollen, mag es möglich sein, dass man alle Hunde für immer behalten kann, dann reicht aber das Wissen übers Züchten und die eigene Rasse nur bis zum Tellerrand. Es fehlt der Erfahrungsschatz und das Zuchtziel ist meistens lapidar die Gesundheit (in Form vorhandener Tests, denn für "nachhaltig" "über Jahre" mit dem "Wissen aus Generationen" war die Zeit zu kurz) - Neben dem "bedingungslosen Behalt aller Hunde aus bedingungsloser Liebe" gibt noch weitere Scheinargumente für einen "besonders guten" Züchter. Nachhaltig und langfristig ist keines davon.

 

Erörtern kann man wie so oft hier eher die Extreme. Also im Jahr einige Hunde "einzukaufen" (schlimmes Wort, aber das beschreibt es am Besten...) und nummerisch ebenso viele wieder zu verkaufen oder grundsätzlich keinen Hund bei sich versterben zu sehen, also postwendend mit Zuchtaustritt nach 3 und mehr Würfen gewinnbringend (zum Welpenpreis) wieder zu verkaufen, ist sicher NICHT vertretbar und möchte ich mit diesem 11. auch nicht tolerieren.

 

Hunde, die wir rehom(e)t haben leben zumeist bei Freunden, die sie schon recht lange kennen oder verbleiben in der Familie. Diese Hunde sind immer umfänglich ausgebildet und recht gut (Landleben) sozialisiert.

 

12. Sind Ausstellungen und Turniere wichtig

für einen Zuchthund?

 

Grundsätzlich ja - und viele Lazerta-Nachzuchten nehmen -vor allem sportlich- rege und erfolgreich am Turnierleben teil. Wir haben schon Turniere und auch Ausstellungen besucht. Jeder Zuchthund sollte in irgendeiner Weise Referenzen im Laufe seines Lebens sammeln sowie auch sein hundefamiliäres Umfeld.

 

Ausstellungen helfen einem den Hund zu bewerten, Kontakte zu knüpfen und den Hund weiter zu sozialisieren. Aber es wird auch wirklich viel gemauschelt... je nach Richter und Verband. Deshalb ist eine Ausstellung mit oder ohne Erfolg kein Qualitätsmerkmal. Wir lassen unsere Hunde von verschiedenen erfahrenen Züchtern beurteilen, die aber auch den Linienhintergrund mit einbeziehen, der bei uns hauptsächlich auf Hüten und Sport ausgelegt ist. Natürlich evaluieren wir auch viel selbst, aber man ist selten objektiv genug.

 

Für Turniere muss man auch persönlich geschaffen sein. Wenn wir 2 Würfe im Jahr haben, sind wir schon eine Hälfte vom Jahr damit beschäftigt uns um Mami und die Welpen zu kümmern und ich werde nie tragende Hündinnen mit zu Turnieren nehmen um sie dort gebären zu lassen (alles schon vorgekommen...) oder den eigenen sportlichen Hype über das Wohl des gesamten Rudels stellen. Denn für einen Hund ist es nur bedingt lebenserfüllend zwei Tage in der Woche "im Auto" zu verbringen (Turnieralltag ist oft der Aufenthalt in der Box). Dennoch werde ich immer bemüht sein zu zeigen, was meine Hunde leisten und können - in dem Rahmen, der uns gefällt und Spaß macht - Seminare, Turniere und Ausstellungen waren immer ein Teil davon und werden es weiterhin sein.

 

Was mich sehr reizt ist an Hütetrials teilzunehmen oder auch im Ralley Obidiance mehr von uns sehen zu lassen... kommt Zeit, kommt Rat!

 

 

Ein paar Worte zum Schluss:

 

Bei all diesen Punkten habe ich ehrlich und transparent (für Lazerta) gesprochen. Ich kenne keine über Jahre bestehende, erfolgreiche Zucht, die nicht auch situative Entscheidungen getroffen hat und mit Kompromissen jongliert, mit denen man es nicht jedem recht gemacht hat oder wo auch Fehler passieren. Deswegen finde ich es persönlich sehr sinnfrei sich gegenseitig anzugreifen, das wird am Ende oft nur teuer und dieser Kleinkrieg hilft einfach niemandem. 

 

Ich bin Züchterin und Lazerta bedeutet mir mehr als nur den Namen meiner Zucht. Lazerta wurde vor 10 Jahren offiziell im MASCA eingetragen. Die Marke existriert im 11. Jahr und in 2020 wurde dieser Schutz spezialisiert und um weitere 10 Jahre verlängert. Ich kenne und liebe diese Rasse seit 2007, Stefan seit 2006. Ich liebe meine Hunde, sie wohnen ausnahmslos im Haus. Durch mein Home Office bin ich rund um die Uhr bei Ihnen. Sie werden fast ausschließlich gebarft, regelmäßig gegroomt, entwurmt, gespottet. Sie bekommen sinnvolles Training und Auslauf.

 

Ich bin Züchterin - ich entscheide mit dem Kopf und dem Bauch, dazwischen liegt mein Herz, dass die Entscheidung am Ende tragen muss. Viele, sehr schwierige Entscheidungen - immer aufs Neue gibt man sein Bestes, denkt in Generationen um sinnvoll und gut für die Rasse zu arbeiten. Immer wieder muss man mit Aktualisierungen zurecht kommen und Plänen, die sich ändern. Nicht jede meiner Entscheidungen ging am Ende gut für mich aus, aber auch die schlechteste Erfahrung macht einen langfristig stärker. 

 

Ich bin Züchterin, aber auch ein Arbeitstier. Ich merke wie auch ich älter werde und sich mein Limit verschiebt bzw. das Pensum wächst und ich auch hin und wieder  nicht oder spät zum Antworten oder melden komme, weil ich mit meiner Selbstständigkeit, Haushalt und Familie (zu der ich meine Hunde natürlich zähle) eigentlich völlig ausgelastet bin. Das Schöne ist, ich habe die Zeit in mein Wissen investiert als ich sie noch hatte. Das heißt natürlich nicht, dass ich mich heute zurücklehne und nicht mehr recherchiere, aber ich habe meine Schwerpunkte gesetzt und meine Linie(n) gefunden und freue mich zu sehen, was die nächsten Generationen zeigen werden. Flora, meine Tochter wird auch größer und selbstständiger, aber am Ende stecke ich doch freiwerdende Freizeitkontingente immer noch am allerliebsten in meine Hunde und die Arbeit mit ihnen... Mich erfüllt das und es belastet mich auch nicht - für mich bedeutet es Entspannung.

 

Ich bin Züchterin, nein keine Zaubererin, auch wenn das auch mit "Z" beginnt. Ich bin ein Mensch wie jeder andere mit einem Privatleben mit Barrieren, mit Fehlern mit guten und schlechten Zeiten.

 

Wer glaubt Züchter sein ist nur spaßig und uneingeschränkt toll und dass es kaum Arbeit macht oder ist.... DER HAT NOCH NIE (RICHTIG) GEZÜCHTET! - und das sage ich mit einem Lächeln im Gesicht :) AUF DIE NÄCHSTEN 10,20 VIELLEICHT SOGAR 30 JAHRE.

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